Hans Leitner, ehemaliger langjähriger Schriftführer der IPA-Vbst Unteres Mühlviertel unternahm Mitte Juni 2025 gemeinsam mit 5 weiteren IPA-Freunden eine schöne Balkan-Tour, die uns noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.
Am ersten Tag starteten wir in Linz bzw Schärding und überquerten bei bestem Wetter den Großglockner, wobei ein Abstecher zur Edelweißspitze nicht fehlen durfte. Auch der nächste Tag war eine richtige Genusstour in den Dolomiten, dazu gehörten der wunderschön gelegene Misurinasee, Passo Giau, Duran und San Boldo und weiter in die Prosecco-Region. Genächtigt wurde am Lago di Corlo. Tag 3 führte uns über Monte Grappa nach Tavullia, der Heimatgemeinde von Valentino Rossi, wo wir bei der Einfahrt zur Rossi-Ranch, einem exclusiven Trainingsgelände, einen IPA-Aufkleber anbrachten. Ihm zu Ehren ist das Tempolimit im Ortsgebiet auf 46 km/h herabgesetzt, da die Startnummer 46 das Markenzeichen des mehrfachen Weltmeisters Valentino Rossi ist. Die Nächtigung im Castello di Montegridolfo, einem wunderschönen Schloss war ein weiteres Highlight. Am folgenden Tag gings in Ancona auf die Fähre.
Nach etwa 19 Stunden liefen wir ausgeruht im Hafen von Durres in Albanien ein. Nach kurzer Fahrt war klar, Straßenzustand und Fahrweise der Albaner unterscheiden sich doch ein wenig von uns Österreichern. Nach einer Tour in den Bergen wir kamen problemlos in unsere wunderschön am Komani Lake gelegene Unterkunft, wo wir ein tolles Ferienhaus bezogen.
Am Tag 6 mussten wir rechtzeitig aus den Federn. Wollten wir doch die Fähre auf dem Koman-Stausee erreichen. Bereits vorgewarnt führte die Anfahrt über eine der schlechtesten Straßen, für die eigentlich am besten mit einer Enduromaschine gewesen wäre. Doch wir kamen rechtzeitig an und die Mitarbeiter der Fähre halfen tatkräftig unsere Motorräder auf dem engstem Raum zu verstauen.
Es folgte eine eindrucksvolle Fährfahrt über den Koman-Stausee des Flusses Drin von mehr als 30 km. Die Drin hatte sich tiefe Schluchten in die Berge der Albanischen Alpen gebahnt bevor sie gestaut wurde. Die breitesten Stellen sind kaum 400 m, die schmalsten kaum 50 m breit. Hohe Schluchten säumen den Weg. Manchmal meint man, die Fähre fährt auf eine Feldwand zu, im letzen Moment wird eine Biegung sichtbar, wo es wieder weitergeht. Die unberührte Landschaft begeistert, störend ist nur der Plastikmüll, der auf dem See schwimmt. In Fierza angekommen, geht’s wieder an Land. Die Gebirgsstraße SH 22 und SH 5 bis zurück nach Shkodra ist fordernd und eindrucksvoll zugleich. Schroffe Berglandschaften und wunderschöne Ausblicke auf den oberen Teil des Koman-Staussees mit seiner eindrucksvollen türkisen Farbe begeistern. Die Strecke erfordert volle Konzentration.
Der nächste Tag führen uns interessante und tolle Streckenabschnitte in Montengro über Andrijevica, den Tresnjevik Pass, Kolasin bis nach Niksic. Viele Kurven und Serpentinen auf der Strecke sind das richtige, die das Herz eines Motorradfahrers erfreuen. Auffallend ist, dass Montenegro überwiegend sauber und das Straßennetz in gutem Zustand ist.
Der 8. Tag führt uns über Vilusi und Stolac weiter durch Montenegro und Bosnien/Herzegowina. Am Abend kommen wir in Trogir an. Die Durchfahrt durch Split im abendlichen Verkehr war stressig, dafür entschädigt uns die Fahrt auf der mit ihren schönen Aussichten.
Tag 9. – Die Fahrt auf der Jadranska Magistrala geht weiter Richtung Heimat. Es ist immer wieder ein Erlebnis, jedoch etwas anstrengend. Der Wind bläst teils heftig, Gewitter zogen in der vorigen Nacht durch das Land. Am Abend laufen wir in Novi Vinodolski ein.
Vorletzter Tag: Es geht weiter Richtung Kobarid im Soca-Tal. Zuvor verfahren wir uns, finden aber eine neue Strecke, die noch interessanter ist. Am Abend nächtigen wir in Arnoldstein. Wir stellen fest, Slowenien ist auch immer wieder eine Reise wert.
Am letzten Tag führt uns unser Weg über den Katschberg, das Lammertal und weiter über Gosau, das Weißenbachtal bis zum Attersee wo wir zuletzt beim Druckerhof einkehren. Von dort geht’s nach Hause.
Es war eine tolle Reise, unfall- und pannenfrei, mit vielen schönen Eindrücken und Erfahrungen. Am schönsten ist es aber, Freunde zu haben, denen man vertrauen kann und auf die man sich verlassen kann. Danke Rudi und Franz für die Tourenplanung und die Funktion als Tourguide.
Johann Leitner